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Obama vs. Jobs

Barack Obama überraschte viele mit seiner kritischen Äußerung über iPads und Facebook: “information becomes a distraction, a diversion, a form of entertainment, rather than a tool of empowerment, rather than the means of emancipation”. Unter dem Titel “Confessions of a Tech Apostate” diskutiert Newsweek das Statement Obamas.

In einem hitzigen Mail-Dialog zwischen dem Blogger Ryan Tate von Gawker Media und Steve Jobs fällt der wohl denwkwürdigste Satz der letzten Zeit: Steve Jobs bietet der Welt (mit dem iPad) “Freedom From Porn”. Wir nehmen den Text als Ausgangspunkt und denken darüber nach, was das die schöne Apple Hardware noch mit der Freiheit der Nutzer anstellen könnte (und warum Tell 2.0 so wichig ist).

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Immediacy und Hypermediacy theoretisch

Lumiere Zug

Im dem Buch „Remediation – Understanding New Media“ (steht in der Bibliothek) wird von Jay David Bolter (hält den letzten Drop Shadow Talk) und Richard Grusin ein die Abbildungen der westlichen Kultur durchziehender Gegensatz behandelt. Diesen Gegensatz beschreiben Bolter und Grusin mit den Worten „Hypermediacy“ und „Immediacy“.[1]

Einerseits streben die medialen Abbildungen nach ihrer Vervielfältigung, andererseits verschwinden die Spuren dieser abgebildeten Realität: „Our culture wants both to multiply its media and to erase all traces of mediation.“[2] Wenn man einer Kultur also einen Willen zuschreiben kann, gibt es nach den Autoren die Entwicklung, zu immer mehr Medien. Und außerdem verschwinden die Spuren dieser Medien zugleich.

Verschwinden die Spuren eines Mediums, nennen die Autoren dies „Immediacy“. Diese „Unmittelbarkeit“ des Mediums lies die Betrachter der ersten Filme vor der abgebildeten Lokomotive der Gebrüder Lumière davon rennen, und wie wir ja diskutiert haben, vergessen wir auch heute manchmal, dass wir einen fiktiven Film betrachten.

Wieder mit den schönen Worten der Autoren: „The logic of immediacy dictates that the medium itself should disappear and leave us in the pressence of the thing represented.“[3] So erkennt man Versuche, das Medium so transparent wie möglich zu machen in Beispielen wie der Linearperspektive Brunoleschis (Artikel in der Berliner Zeitung) bis hin zu der den Inhalt ordnenden Arbeit des Typographen Jan Tschichold.[4]

Die „Hypermediacy“ gilt dagegen als «style of visual representation whose goal is to remind the viewer of the medium.»[5] Die Absicht, den Betrachter eines Mediums genau daran zu erinnern, dass das was er gerade erlebt nur mittels Medium tut ist die „Hypermediacy“. Als Beispiele für diese Bewusstmachung der medialen Betrachtung sind hier vor allem Medienkünstler zu nennen, die über die abbildenden Medien reflektieren und diese als Kalkül in die Rezeption zurückführen. Eine Auseinandersetzung des Mediums mit sich selbst findet sich z.B. in vielen Filmen.

Für unseren Kurs finde ich noch folgendes wichtig: Die Autoren von „Remediation“ sehen den beschriebenen Gegensatz als mediales Phänomen. Letztendlich ist es aber auch eine Entscheidung für Designer und Künstler selbst, welchen Schwerpunkt und Ausgangspunkt er oder sie in der Arbeit wählen wollen.

[1] Eine kurze englische Zusammenfassung findet sich in dem Glossar zu der Buchrezension von David Blakesley
[2] David J. Bolter und Richard Grusin: Remediation — Understanding New Media, Massachusetts 1999, S. 5
[3] Remediation, S. 6
[4] David J. Bolter und Diane Gromala: Windows and Mirrors — Interaction Design and the Myth of Transparency, Massachusetts 2003, S. 36 f.
[5] Remediation, S. 272

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Job Offer: Assistant to Michelle Teran

Hallo zusammen,
hat jemand Lust, als Assistent/in für die Medienkünstlerin Michelle Teran zu arbeiten?
Sie hat leztes Semester einen Drop Shadow Talk gehalten und die letzte Transmediale gewonnen :)

Ist sicher sehr interessant. Es geht um Google Maps und YouTube. Es wäre gut, wenn Ihr Kenntnisse der APIs habt oder Euch sehr dafür interessiert. Michelle dazu:

“I’m looking for an assistant, or practicant, starting now and continuing through the year.

What I am looking for is somebody that would work with me to build up a platform for searching for geo-tagged videos using the YouTube / Google Maps API. It is for a couple of projects that are happening both this year and also next year (in Warsaw, Bucharest, Madrid and Berlin).The person that works with me would get paid and also get full accreditation for the work that h/she does.”

Mehr zu Michelle findet ihr auf ihrer Homepage.
Meldet Euch bei Ihr am besten per Mail: misha [at] ubermatic [dot] org

Inspiration, Links

Poly Carbonate with High Gloss Sealer


Den bedeutungsschwangeren Trailer zu Toy Story 3 findet ihr natürlich bei Google.

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Immediacy und Hypermediacy konkret

Hier ein lustiger Opener :)
Ultravox — Hymn (1984) vs.
Music Instructor — Hymn (1995)
(am besten funktioniert es, wenn man nur die Musik anhört und nicht das Videos dazu anschaut)

Nintendo — Super Mario World (1990) vs.
Cory Arcangel — Super Mario Cloud (2002)

Remedy Entertainment — Max Payne: The Fall of Max Payne (2003) vs.
JODI – Max Payne Cheats Only (2006)

Time Warner — CNN (seit 1980) vs.
Zin Ki jong — CNN (2007)

Apple Inc. — Scrollbars in OS X 10.4 (2005) vs.
johannes p osterhoff — Star Bars (2005)

Microsoft Corp. — Powerpoint (seit 1987) vs.
Zentrale Intelligenz Agentur — Powerpoint-Karaoke (seit 2006)

Microsoft Corp. — Excel (seit 1985) vs.
millereffect — Excel-Pong (2007)

Danny Cannon — The Man with a Hook (aka I Still Know What You Did Last Summer, 1998) vs.
Dziga Vertov — The Man with a Movie Camera (1929)

Gerade das letzte Beispiel ist etwas schwierig. Hier sieht man ganz gut, dass es nur selten „Hypermediacy“ und „Immediacy“ strikt zu trennen sind. Letztendlich ist jeder Film (und jedes Medium) irgendwie „immediate“. Zu Zeiten Vertovs war allerdings die Kenntnis über die Produktion von Filmen (Hauptthema des Films) bei vielen Zuschauern der damaligen Zeit noch nicht angekommen. Deswegen würde ich ihn eher als „hypermediate“ einstufen. Filmtheoretiker und Vertov-Fans mögen mir verzeihen.

Ich würde die Liste gerne ausweiten und freue mich daher über weitere lustige Beispiele.

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Interlude: Brecht!

Im Grindblog, das ohne Comic Sans, auskommt habe ich folgenden andenkenswerten Eintrag gefunden:

“Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, d.h., er würde es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müßte demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren.”

Bertolt Brecht: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. Rede über die Funktion des Rundfunks (1932/1933).
Ersetzen wir “World Wide Web” für “Rundfunk” und wir haben eine schöne Beschreibung dessen, was Web 2.0 ausmacht.

Wir denken heute darüber nach.

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Doing with images makes symbols

Engelbart, Mouse, Drop Sahdow

Engelbart, Mouse, Drop Shadow

Wir hatten ja mit dem Video über das frühe Graphial User Interface angefangen. Den ersten Teil gibt es z.B. bei Google Video, den zweiten bei archive.org.

Archive.org dazu: "This is an exceptional piece of computer history. This video by Alan Kay includes a much earlier video of Doug Engelbart (1968) and his pioneering work in computing. Anyone teaching computer history or related subjects should view this. Alan Kay and Doug Engelbart are two of the heavyweights in computer development. This is an amazing video!"

Wer mag kann sich das nochmal bzw. bis zum Ende anschauen. Man kann das nicht oft genug gesehen haben. Echt.

Der Sprecher ist Alan Key, damals bei Apple und die wohl einflußreichste Vision der Computerbedienung ganz ohne Schlagschatten ist von Douglas Engelbart, der u.a. auch die Maus erfunden hat (s.o).

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Willkommen beim Blog zum Drop Shadow Seminar

Johannes' Drop Sahdow Seminar folder

Der „Drop Shadow“ ist der populärste Effekt der aktuellen Computergraphik. Man findet man ihn heute ebenso im Grafik-Design wie in der Werbung. Er hebt Typografie und Objekte von einem flachen Hintergrund ab und fügt so Tiefe und Räumlichkeit hinzu – und Bedeutung.

Besonders in der aktuellen Generation von Betriebssystemen findet der digitale Schlagschatten in bisher nicht dagewesenem Ausmaß Verwendung. Hier werfen nicht nur die Fenster und Schrift einen Schatten auf den virtuellen Hintergrund*, der „Drop Shadow“ selbst entwickelt sich zum Symbol für eine visuell angereicherte Schnittstelle, die nach Dreidimensionalität strebt. Aufgeladen mit einer reichen Bildsprache, fotorealistischen Symbolen und pseudo-dreidimensionalen Konfigurationen, verbleibt die grafische Oberfläche doch noch an ihr flaches Medium gebunden.

In diesem Paradoxon, verlässt die grafische Benutzeroberfläche das Büro für das sie entwickelt wurde und schickt sich an, ein Phänomen der Popkultur zu werden.

In diesem Semester befassen wir uns praktisch und kulturtheoretisch mit dem digitalen Schlagschatten. Die „Drop Shadow Talks“ begleiten das Seminar und thematisieren aktuelle Entwicklungen im Bereich des Graphical User Interface. Die „Drop Shadow Talks“ zeigen Kunst und Projekte, die im digitalen Schlagschatten entstanden zu sein scheinen und durch das Barock der grafische Benutzeroberfläche beeinflusst und inspiriert wurden. Die vermittelten Ideen und Theorien dienen uns als Ausgangspunkt für eigene Reflexionen und Projekte.

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*) Beispiel: mein Projekt-Ordner unter Microsoft Windows Vista,
mit Pixelwiederholung um Faktor drei vergrößert