
Sehr viele Drop Shadows und Gloss-Effekte finden sich auf der Web 2.0 Suicide Machine vom holländischen Medialab moddr_. Auf dieser Website kann man Online-Selbstmord begehen – sich mit einem Klick von den eigenen Profilen bei Portalen wie Facebook, MySpace oder Twitter befreien. Endlich hat man, so die Seite, wieder Zeit für die richtigen Freude.
Leider geht das nur noch heute, da Facebook eine Unterlassungsanordnung gegen die Web 2.0 Suicide Machine verfügt hat.
Posts bei Focus Online, dem Blog von Basic Thinking und Gulli.
Das Icon in voller Pracht findet man bei Page-Online :)

Am 22. Januar um 10 Uhr haben wir einen Termin für eine Exkursion zu ART+COM, die uns (und Studenten aus Stuttgart) freundlicherweise Einlass in ihre heiligen Hallen gewähren und uns ihre Tätigkeitsbereiche erläutern. Mehr unter www.artcom.de
Wer mit will, melde sich bitte vorher bei mir per Mail, dass ich planen kann: j dot osterhoff at btk-fh do de
Wer mag, kann sich schonmal den Drop Shadow Workshop und die Arbeiten unserer Mitaussteller aus Stuttgart anschauen. Sind sehr schöne Sachen. Von Mario Barth bis zum C64 ist alles dabei :)

Shadows of the Users by Brandy Bryant
Der Computer- und Medientheoretiker Jay David Bolter (letzter Drop Shadow Talk) konkretisierte seine Interfacethoerie zusammen mit der Kuratorin der «SIGGRAPH 2000 Art Gallery» (Übersicht über alle Ausstellungen) Diane Gromala in dem 2003 erschienen Buch «Windows and Mirrors. Interaction Design and the Myth of Transparency», indem sie Verbindungen zwischen aktueller elektronischer Kunst und Entwicklungen in der Interface-Gestaltung ziehen: «If there is one reason that digital art is important for digital design, it is this: digital art reminds us that every interface is a mirror as well as a window.»[1]
In «Windows and Mirrors» zeichnet sich Gromala besonders durch eine repräsentative Auswahl der Kunstwerke der «SIGGRAPH Art Gallery» aus, von denen die Argumente der Autoren stets ausgehen, während Bolter in der Tradition seiner in dem Buch «Remediation» beschriebenen Theorien über die Abbildungen der westlichen Kultur steht. Die Gegensätze Spiegel und Fenster lesen sich so als Konkretisierungen der Theorien von Hypermediacy und Immediacy auf die digitalen Medien und verdichten sich in der Betrachtung der Interfaces unserer digitalen Kultur, deren rechnendes Leitmedium dabei selbst keineswegs transparent geblieben ist.[2]
Die Autoren brechen mit der Ansicht der Interface-Theorie, das Interface müsse transparent sein, möglichst unaufdringlich in den Hintergrund treten und so einen ungestörten Zugang zur puren Information liefern und stehen damit im Gegensatz zu anderen Interface-Theoretikern wie Jakob Nielsen[3] und Donald Norman[4]: «The mistake Nielsen and Norman make, is to assume that the single goal of all design is to make the interface transparent, when in fact the goal is to establish an appropriate rhythm between being transparent and being reflective. This is a common error in Interface design and Human-Computer-Interaction today.»[5]
Ihr formuliertes Ziel für einen neuen Umgang mit Interfaces ist demnach vielmehr einen «oszillierenden Wechsel» zwischen Transparenz und Reflektivität der Schnittstelle zu schaffen, bei der dem Benutzer einerseits Freiheit eingeräumt wird, und er so produktiv mit einem Interface umgehen kann, andererseits aber auch die Wirkungsweise des Systems im Hintergrund aufgezeigt werden.
Bei einem System mit zu hoher Reflektivität und damit unterentwickelter Transparenz, wird die Benutzung zu restriktiv: «The choreography is too heavy handed, the experience may alienate the user.»[6] Im umgekehrten Fall jedoch, bietet ein transparentes System keine Rückmeldung, was es im Hintergrund tut: «When the design is ill defined, however, we cannot figure out what genre we are in. A new application can fail precisely because the user does not know what it is for.»[7] Außerdem kann auch ein zu transparent angelegtes Interface auch gefährlich sein, da der User nicht daran erinnert wird, dass es sich bei den angezeigten Werten bei einer Schalttafel oder den visuellen Rückmeldungen eines Betriebssystems um Repräsentationen handelt: «Even if it could be achieved, perfect transparency would be a dangerous mistake.»[8]
Erst in diesem Wechselspiel von Fluss und Bewusstmachung also, ist eine Interface-Gestaltung erfolgreich und es kann eine bewusste Benutzung des Interfaces stattfinden.
Die von Gromala und Bolter geprägte Interfaceauffassung von «Transparenz» und «Reflexivität» im Wechselspiel erinnert den User so an seinen Kontextes. «The most compelling interface will make the users aware of her contexts in which she and the interface together operate.»[9]
[1] Jay D. Bolter und Diane Gromala: Windows and Mirrors — Interaction Design and the Myth of Transparency, Massachusetts 2003, S. 26
[2] Windows and Mirrors, S. 50 f.
[3] Jakob Nielsen: Designing Web Usability, Indianapolis, 2000
[4] Donald Norman: The Invisible Computer, Cambridge, 1998
[5] Windows and Mirrors, S. 6
[6] Windows and Mirrors, S. 22
[7] Windows and Mirrors, ebd.
[8] Windows and Mirrors, S. 53
[9] Windows and Mirrors, S. 27
Quelle: Kapitel zu Windows and Mirrors bei IMG SRC ORG.
Bei einem Drop Shadow Seminar geht kein Weg am Hackergotchi vorbei:
A hackergotchi is a picture of a writer used as an avatar to identify the author of a given web feed in blog aggregators. The most commonly used form of a hackergotchi is a head shot of the author with a drop shadow behind it.
Hackergotchi bei Wikipedia.
Exzessive Verwendung finden sie z.B. bei Panet GNOME oder bei Slashdot.
Besonders sehenswert sind die Hackergotchis der GNOME Hacker.
Das Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe hat auch mal ein lustiges Projekt dazu gemacht.

Inspiration, Teil 8: Dass man mit dem Cursor eigentlich mehr machen könnte als Icons anklicken, hat man ja schon immer geahnt. Inzwischen ist er sogar “a GPS enabled object designed to facilitate social interaction and play in public space.” Mein Mauszeiger kann das noch nicht. Mehr dazu auf der Seite des Urban Cursor.
Schön ist auch der Schatten unter dem Mauszeiger …
Das Oxygen-Project von KDE macht technisch die wahrscheinlich anspruchsvollsten Icons und sagt auf ihrer Seite folgendes:
With big icons in fact we do a good thing for usability purposes and at the same time make user eye happy to enjoy such nice graphics. These icons will be full SVG vector images, using alpha channels, translucency, embedded bitmaps to allow complex three dimensional effects, with highlights and shadows.
In den Apple Interface Guidelines legt die restriktive Firma aus Cupertino die Rahmenbedingungen fest, mit denen man am Erscheinungsbild von OS X mitarbeiten darf.

Unter Icon Perspectives and Materials steht “All interface elements have a common light source from directly above“. Trotzdem erzeugt die GUI durch ihre Struktur geradezu verschiedenartige Genres an Schatten, es gibt nämlich
1) Icons auf einem Tisch
2) an der Wand und
3) auf dem Boden und eigentlich auch noch die Toolbar (4) als eigene Schattenwelt.
Was sagt eigentlich die einflussreichste Softwarefirma zu den Schatten? Einige Auszüge aus den Windows User Experience Interaction Guidelines (Kapitel Guidelines, Aesthetics, Icons, Menüpunkt Shadows):
“Use shadows to lift objects visually from the background, and to make 3D objects appear grounded, rather than awkwardly floating in space.”
“Hire an experienced graphic designer. For great graphics, images, and icons work with experts. Experience in illustrations using vector art or 3D programs is recommended.”
Dort steht übrigens auch, wie man Photoshop einstellen muss, um genau den Windows-Schatten zu bekommen.

Inspiration, Teil 7: Hier noch die “White Paper Illustration” von Yulia Brodskaya, die das Knitter Magazine im Februar 2009 geziert hat. Alles in allem sehr wenig Fläche aber sehr viel Schatten. Sehenswert sind auch die anderen Illustrationen von Yulia.