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Smart Meter der elektrische Zähler der Zukunft

Heute beschäftige ich mich mit dem Begriff des Smart Meterings. Es geht dabei vorwiegend, passend zu unserem Kursthema, um das Messen von Strom. Doch auch Gas, Wasser und Wärme können mit diesem neuartigen Modul gemessen werden. Smart Meter machen die verschiedenen einzelnen Zähler für Strom, Gas, Wasser und Heizung überflüssig und vereint diese in einem Gerät. Doch ganz besonders ebnen Smart Meter den Weg der Smart Grids, der intelligenten Stromnetze, die wir in unserem Blog bereits angerissen haben. Doch worum handelt es sich bei Smart Metern im Genauen, was leisten sie, was nutzen sie und warum wird ihnen die Zukunft gehören?

Smart Meter sind neuartige Zähler. Unser Augenmerk richten wir hierbei zunächst auf die Zählung von Strom, wobei es sich beim Thema Energie nicht immer zwingend um Strom handeln muss. Das Smart Meter stellt ein zentrales Element des Smart Grid dar und wird über kurz oder lang die alt bewährten schwarzen Ferraris-Stromzähler ersetzen. Es ermöglicht die vollautomatische Zählung und Auslesung des Stromverbrauchs über Netzwerk. Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen über das Internet, mittels einer LAN/WLAN-Verbindung. Doch auch Übertragungen über Mobildienste wie GSM oder GPRS sind möglich. Smart Meter bieten neben dem Zählen und Auslesen jedoch noch viele weitere Funktionen. Den Energieunternehmen ist es möglich von allen Smart Metern jeweils eine Fernauslesung durchzuführen. Somit fallen nicht nur die alljährlichen Stromableser weg, sondern es lassen sich Verbrauchsprofile ermitteln, so dass die Betreiber den Strombedarf und die Produktion besser und intelligenter steuern können. Es lassen sich Lastspitzen im Verbrauch auswerten, wodurch die Stromproduktion je nach Tagesbedarf angepasst werden kann und somit Stromüberschüsse vermieden werden können. Je nach Bedarf ändern sich auch die Stromtarife im Tagesverlauf. Womit wir auf die Funktionen von Smart Metern für den Verbraucher zu sprechen kommen.

Smart Meter zeigen dem Nutzer seinen Stromverbrauch auf, und zwar in Echtzeit. So ist es möglich, sich seinen Stromverbrauch im Tages-, Wochen-, oder Montasverlauf anzeigen zu lassen. Der Verbraucher bekommt hierdurch eine bessere Übersicht, wieviel Strom er zu welchen Zeitpunkt genau verbraucht. Auch die entsprechenden bzw. aktuellen Tarifkosten werden dem Verbraucher angezeigt. Auch eine Programmierung von Geräten stellt ein weiteres Feature dar. So können bestimmte Geräte für eine bestimmte Uhrzeit oder für den günstigsten Tarif programmiert oder ferngesteuert werden, was im Grunde bereits dem Prinzip des Smart Grid in weiten Teilen entspricht. Zusätzlich lassen sich “Stromfresser”, also Geräte mit übermäßig hohem Stromverbrauch, ermitteln. All diese Funktionen und Daten können auf Computer oder mobile Geräte wie Smartphones oder das iPad übertragen und angezeigt werden. Sie stellen für den Endverbraucher zahlreiche Vorteile dar, um eine bessere Kontrolle über den eigenen Stromverbrauch zu haben und auch einen bewussteren Umgang mit Energie zu bekommen. So zeigt ein Smart Meter auch an, wieviel Geld und CO2 aktuell verbraucht werden. Statt Jahresrechnungen, sind durch die ständige Fernablesung nun auch monatliche Rechnungen möglich.

Doch wo es Vorteile gibt existieren häufig auch Nachteile, die sich vor allem auf den Datenschutz und mögliche Hacker-Angriffe beziehen. Im Jahr 2009 besagte ein Gutachten des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) Smart Meter würden in mehreren Punkten gegen das Datenschutzgesetz verstoßen. Die Energieunternehmen könnten mit den Nutzerprofilen, die sie durch die Smart Meter erhalten, die Kunden unbemerkt ausspähen und Auskunft über deren persönlichen und sachlichen Lebensverhältnisse erhalten. Da der Prozess der Fernauslesung technisch im Sekundentakt erfolgen könnte, ließe es sich schnell nachvollziehen, wann der Kunde was macht, welches Gerät benutzt, wann er kocht, wann er duscht, wann er Wäsche wäscht, wann er Fernseher und Computer nutzt usw. Die Vernetzung über das Internet birgt ein weiteres Risiko in Bezug auf Hacker-Angriffe und generell in Bezug auf eine erhöhte Systemkomplexität, wodurch auch das Risiko eines Totalausfalls steigen würde. Ein weiteres Problem stellt auch der vorgeschriebene Funktionsumfang der Smart Meter dar – den gibt es nämlich noch nicht. So stellen einige Hersteller sogenannte Basismodelle her, welche neben der Funktion des Ablesens jedoch kaum weitere Wünsche erfüllen und somit den eigentlichen Sinn der Smart Meter verfehlen. Hierzu wäre ein gewisser Mindestumfang an Funktionen nötig, der gesetzlich vorgeschrieben sein müsste.

Das Ziel der Smart Meter ist es letztlich aber, in Verbindung mit Smart Grids, mittels intelligenter Steuerung und erhöhtem Energiebewusstseins des Verbrauchers, Energie einzusparen. Allein durch bewussteren Umgang mit Energie durch die Verbraucher könnten bis zu zehn Prozent im Verbrauch eines jeden Haushalts eingespart werden. Eine EU-Richtlinie sieht vor, dass bis zum Jahr 2022 alle Haushalte mit Smart Metern für Strom und Gas ausgestattet werden sollen. Als Vorreiter gelten Länder wie Schweden und Italien, in denen die Umstellung auf Smart Meter bereits erfolgt und der Betrieb selbiger Pflicht ist. Doch auch in Kanada, den USA, Türkei, Australien und Neuseeland werden Smart Meter immer flächendeckender eingesetzt. Deutschland stellt hierbei eher einen Spätzünder dar. Seit Januar 2010 sind Smart Meter allerdings auch hierzulande für Neubauten und Totalsanierungen von Altbauten vorgeschrieben. Einzelne Pilotprojekte von führenden Energiekonzernen gibt es bereits, darunter EnBW, Vattenfall, RWE, Yello Strom, Discovergy, E.ON und EWE. Bis 2022 müssen in Deutschland noch bis zu 42 Mio. Strom- und 22 Mio. Gaszähler ausgetauscht werden.

Durch die intelligentere Steuerung und den daraus vermeidbaren Überschüssen an der Stromproduktion, sind Smart Meter und Smart Grid perfekt für ein zukünftiges Stromsystem ausgelegt, das immer mehr aus regenerativen Energien bestehen wird. Deren Stromproduktion hängt entscheidend von der Umwelt und deren Einflüssen ab. Daher richtet sich die Produktion dieses neuen Systems nicht mehr nach dem Verbrauch aller Haushalte, sondern eben nach den Umwelteinflüssen. Hierfür sind verbesserte Transport- und Speichermöglichkeiten von Nöten, die durch Smart Meter und Smart Grids intelligent gesteuert werden. Deshalb liegt hierin auch die Zukunft für die Strombranche. Intelligente Netze, in denen Smart Meter eine immer entscheidendere Rolle spielen werden.

Quellen und nützliche Links:
smartmeter.de
pro-smart-metering.de
FAZ.net
Welt Online
Zeit Online
Wikipedia
Energieverbraucherportal

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